Start mit der Menstruationstasse

Start mit der Menstruationstasse

Du überlegst dir eine Menstruationstasse zu kaufen? Du hast vielleicht schone eine im Badezimmer liegen, aber traust dich nicht sie anzuwenden.
Hast du sie schon ausprobiert und kannst doch noch nicht so ganz mit ihre anfreunden?

Gerne möchte ich dir über meine Erfahrung mit der Menstruationstasse berichten.

Meine erste Menstruationstasse war der Mooncup. Ich habe den Mooncup gewählt, da er ein bewährtes Markenprodukt aus England ist, in der EU hergestellt wurde und von der FDA zertifiziert ist. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass die Mondtasse schadstoff-frei ist (davon haben mich andere Anbieter leider nicht so ganz überzeugt, insbesondere die kunterbunten Menstruationsbecher).

So, da lag sie nun vor mir die Mondtasse. Etwas größer als erwartet, aber bei genauerer Überlegung eigentlich nicht viel größer als ein angesaugter Tampon. In der Gebrauchsanleitung finden sich diverse Falttechniken. Ich entschied mich für die Falttechnik bei der man die ganze Menstruationstasse zusammendrückt.

Das Einführen war erstaunlich einfach. Bloß hatte ich keine Ahnung, ob die Menstruationstasse nun eher weiter unten sitzen sollte, oder ganz oben beim Muttermund?
War sie richtig aufgeploppt? Ich hatte so meine Zweifel.
Würde ich sie jemals wieder herausbekommen? Noch mehr Zweifel.

Kurz zusammengefasst, möchte ich euch meine besten Tipps zum Umgang mit dem Menstruationsbecher hier nun bereitstellen:
1) Die Menstruationstasse muss sich vollständig entfalten. Nur so hält sie dicht. Das ist echt die größte Herausforderung. Ich habe kürzlich ein Testexemplar einer Tasse von einem Drogiemarkt in Österreich bekommen und bei dem ist der Rand einfach viel zu weich. Durch den weichen, schmalen Rand ploppt die Menstruationstasse nicht richtig auf und bleibt halb gefalten stecken. Dann ist sie nicht dicht. Beim Mooncup war das bei der zweiten Anwendung kein Problem mehr. Der Rand wirkt zwar verhältnismäßig breit, aber das ist wohl notwendig, um ein sicheres "Aufploppen" zu gewährleisten.
2) Wo sitzt sie denn nun richtig, die Menstruationstasse? Oben oder unten oder mittig? Ich glaube, dass das von Frau zu Frau ganz unterschiedlich ist. Irgendwo gibt es eine Stelle, an der die Mondtasse am besten sitzt. Das kann durchaus tief unten sein, oder ganz nahe am Muttermund.
Ich merke, dass ich zwar die Mondtasse überall hin platzieren kann, aber wirklich dicht hält sie nur im "oberen Drittel".
3) Hilfe! Ich laufe aus!
Keine Sorge, auch bei mir war die Mondtasse nicht von Anfang an dicht. Erst als ich den besten Platz herausgefunden hatte und die Tasse wirklich vollständig aufgeploppt ist, war alles dicht.
Nicht in der Nacht!
Doch, mittlerweile auch in der Nacht? Im Internet hab ich den Tipp gefunden, dass ich den Mooncup nicht unmittelbar vorm Schlafengehen entleeren und neu einsetzen sollte. Warum nicht? Weil die Menstruationstasse so noch "irgendwo" sitzt und sich noch nicht an den besten Ort schieben konnte. Also Mooncup leeren, einsetzen, gemütlich Zähneputzen, Pyjama anlegen, ein paar Kleinigkeiten vorm Schlafengehen noch erledigen --- und dann erst niederlegen.
Wirkt Wunder!
4) Unterwegs mit der Mondtasse
Zugegeben, die ersten 2-3 Monate hab ich mich mit der Mondtasse nur zögerlich aus dem Haus getraut. Wird sie wirklich dicht halten? Was ist wenn sie überläuft?
Geholfen hat mir da eine zusätzliche Stoff-Slipeinlage mit feuchtigkeitsundurchlässiger Membran. Hier hatte ich keine Sorge, dass gleich jeder merkt, dass ich Menstruationstassen-Neuling bin.
Die Sorge war dann unbegründet. Ich blieb halbwegs dicht und die Stoff-Slipeinlage hat die paar Tropferl Blut gut eingefangen.
5) Daran gewöhnen?
Ja, frau muss sich tatsächlich erst an die Menstruationstasse gewöhnen. Die ersten 2-3 Monate war sie nicht 100% dicht, immer wieder sickerte etwas Blut durch. Ich hab mich dann entschlossen durchzuhalten und Beckenbodenmuskel-Training zu machen. Mit Erfolg - der Mooncup war dann jahrelang immer perfekt dicht --- bis die Schwangerschaften und Kinder kamen ;-)
Was sich in den 2-3 Anfangsmonaten geändert hat? Keine Ahnung, irgendwie gings danach. Mein Körper hat sich wohl daran gewöhnt und die Beckenbodenmuskeln haben die Mondtasse gut an Ort und Stelle gehalten.

6) Jemals wieder Tampons? Nein, nie wieder Watte-Vampire.
Nun gut, das eine oder andere mal verwende ich schon Tampons. Aber nur an besonders starken Tagen der Menstruation an denen ich viel unterwegs bin. Und dann liegt der kleine Watte-Vampir im Mooncup drin und hilft zusätzlich Blut zu saugen. So kann man die Zeit bis zum Ausleeren des Menstruationsbechers gut hinauszögern.

Viel Spaß mit eurer Tasse! Ihr werdet sehen - Übung macht die Meisterin! Und viel Übung brauchts eigentlich gar nicht.

Steffi

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